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    Für immer Neuseeland - DER Informationspool für Auswanderer vom Auswanderungsexperten und Neuseeland Blog Autor Peter Hahn

          
    Für immer Neuseeland: Erfolgreich auswandern. Fakten, Tipps & Auswanderer-Porträts

    Portfolio Construction Forum Sydney

    Wie in jedem Jahr besuchten wir auch 2011 wieder das Portfolio Construction Forum in Sydney.
    Über 2 Tage erörterte ein Gremium von internationalen Experten Fragen zur Marktlage und makroökonomischen Faktoren sowie die praktischen Aspekte der Umsetzung in Klienten-Portfolios.
    Die Qualität der Sprecher ist in Neuseeland einfach nicht zu finden und so hat auch in diesem Jahr wieder ein kleines Kontingent von Kiwis den Weg über den Tasman gemacht.
    Die wesentlichen Punkte im Überblick:
    Die globalen Risiken, die leider auch uns in NZ betreffen, bleiben uns mittelfristig erhalten:
    • Exzessive Staatsverschuldung in Europa und US
    • Inflation in den „Emerging Markets“ in Asien und Südamerika
    • Kontinuierliches Wachstum in China wird als Voraussetzung für Stabilität der globalen Wirtschaft gesehen. ( China trug im vergangenen Jahr mehr als 40% zum globalen Gesamtwachstum bei!)
    • Instabile politische Lage im Mittleren Osten

    • Globales Wachstum bleibt geschwächt für die nächsten 7-10 Jahre
    • Keine einfache Lösung für die Staatsverschuldung in US und Europa:
    1. Zuviel Faktoren sprechen gegen eine Lösung bei der Staaten einfach die Schuldenlast weg“inflationieren“ wie das in den 70ern der Fall war.
    2. Ein kontrollierter Staatsbankrott und folglich Abschreibung der Schulden ist für z.B. Griechenland durch die Anbindung an die EU keine Lösung. Ein Staatsbankrott z.B. Italiens hätte verheerende Auswirkungen auf die globale Wirtschaft. Ein Sprecher brachte dies auf den Punkt: ein Staatsbankrott Italiens würde die Lehman Brothers Pleite wie eine Lappalie erscheinen lassen!
    3. Drastische fiskale Maßnahmen sind ebenfalls in vielen Ländern nicht möglich und würden entweder zu langfristiger Rezession oder sozialen Unruhen ( siehe Griechenland!) führen.

    Professor Niall Ferguson ( „The Ascent of Money“, www.niallferguson.com ) adressierte die Konferenz via Video von China und sprach im Besonderen über die Möglichkeiten, die westlichen Staaten zur Verfügung stehen um einen Weg aus der Schuldenkrise zu finden. Der Kernpunkt war, dass dies nicht schmerzfrei gehen und sich über einen längeren Zeitraum erstrecken wird .
    Wachstum wird durch unvermeidliche Steuererhöhungen und Reduzierung von Staatsausgaben verringert. Der Effekt wird weiterhin durch Privathaushalte, die ihre Schulden reduzieren anstatt zu kaufen, verstärkt.
    Jonathan Pain ( www.thepainreport.com ) und Chris Watling ( Longview Economics, www.longvieweconomics.co.uk ) stimmten Fergussons Analyse in ihren Ausführungen zu. Lediglich Jonathan Pain zeichnete ein rosigeres Bild: nach seiner Meinung werden die asiatischen Wachstumsmärkte die westlichen Staaten durch die erhöhte Nachfrage nach westlichen Produkten „retten“ .
    In der Tat ist dies zumindest teilweise schon Realität: viele amerikanische und europäische Firmen machen schon heute einen beträchtlichen Anteil ihrer Profite in den asiatischen Märkten.

    China: 2 Sprecher gaben uns wertvolle Einblicke in die Probleme, denen China heute gegenüber steht:
    Eine schwedische Dozentin lebt seit 20 Jahren in China und sprach eindrucksvoll über die Situation im heutigen China. Weniger die ökonomischen Probleme, die in vielen westlichen Abhandlungen bereits hervorragend dokumentiert sind, als über die soziopolitischen Probleme denen China gegenübersteht. Speziell der gewaltige Unterschied in Lebensqualität und Einkommen zwischen den Unterschichten und der Mittel- und Oberklasse, sowie die Ungerechtigkeit und Willkür des politischen Systems führen zu sozialen Spannungen und eine der größten Ängste der kommunistischen Partei ist der Verlust von Kontrolle.
    Interessanterweise kämpft die kommunistische Partei dabei gegen das gleiche Phänomen, das auch uns im Westen Probleme bereitet: die weite Verbreitung von Internet und Mobiltelefonen führt zu einer schnellen Verbreitung von Information und macht es für Regierungen immer schwieriger die Massen zu kontrollieren.
    Ein weiterer Sprecher aus China war Diane Lin, die nun Head of Emerging Market Securities bei Pengana ist.
    Sie konzentrierte sich auf die aktuelle politische Lage, speziell die Informationen zum neuen 5 Jahres Plan der kommunistischen Partei werden in unserer langfristigen Investmentplanung Berücksichtigung finden.
    China folgt dabei dem japanischen Vorbild. Japan, das in den 60ern und 70ern durch die gleiche industrielle Entwicklung ging, stellte seine Ökonomie nach einer Phase des Investments in Infrastruktur und Schwerindustrie auf Leichtindustrie und Dienstleistungen um.
    Chinas neuer 5 Jahresplan lehnt sich stark an dieses Vorbild an: China wird z.B. verstärkt in IT und erneuerbare Energien investieren. Dies wird , um nur ein Beispiel zu nennen, einen erheblichen Einfluss auf den Minen Sektor in Australien haben.

    Jonathan Pain, der 9 Jahre in Bahrain lebte und nach wie vor hervorragende Kontakte im gesamten Mittleren Osten unterhält, verdeutlichte in anschaulicher Weise die aktuellen Risiken in der Region, im Besonderen die Risiken die von der aggressiven Politik Irans ausgehen. Wenn man in Betracht zieht, dass die Region nach wie vor 75% des globalen Ölbedarfs deckt, kann man diese Risiken gar nicht hoch genug bewerten.

    Anlagestrategie: Was heißt dies für Investoren?
    Die eminenten Risiken denen wir heute gegenüberstehen, sollten nicht unterschätzt werden. Wir müssen davon ausgehen, dass es in den nächsten Jahren zu massiven Störungen in den globalen Märkten kommt, dürfen dabei aber nicht vergessen, dass viele positive Faktoren ein Gegengewicht darstellen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass wir unsere defensive Strategie weiter ausbauen wollen, aber Marktgelegenheiten, wenn diese sich bieten, ausnutzen wollen. Vergessen wir nicht: in Zeiten des Umbruchs – und es besteht kein Zweifel, dass wir uns in einer solchen Phase befinden – ergeben sich auch immer wieder Möglichkeiten!
    Es war sehr positiv für uns zu hören, dass viele unserer Ideen von Experten bestätigt wurden:
    Die Zeit für „Buy & Hold“ ist vorbei! Ein aktives Investment Management ist die beste, wenn nicht einzige Möglichkeit Kapital zu schützen und positive Renditen in einem schwierigen Anlagemarkt zu erzielen.
    Festverzinst: leider sehen wir, dass wir die Möglichkeiten die die internationalen Märkte bieten, nicht oder nur durch Fonds nützen können, die die Renditen durch überhöhte Gebühren im Fond zu stark reduzieren. Es bleibt also bei dem Übergewicht in neuseeländischen festverzinsten Anlagen für unsere neuseeländischen Investoren!
    Übergewicht dividendenstarke Aktien in NZ/AUS: diese Strategie die wir in Australien und NZ verfolgen, macht Sinn wenn man sich die Zahlen diesen Jahres anschaut: der MSCI hat seit dem 1.7. etwa 15% verloren, unsere Portfolios in Aus/NZ etwa 5% . Schwankungen im Wert des Portfolios verlieren ausserdem an Bedeutung wenn die Investments neben dem Kapitalgewinn auch ein Einkommen in der Form von Dividenden bereitstellen.
    Ein wichtiger Punkt, den mehrere Sprecher machten, war, dass es Zeit ist, aktiv Position zu beziehen, „Asset Allocations“, die Verteilung in die einzelnen Anlageklassen kann nicht mehr strategisch vorgenommen werden, sondern muss den Marktgegebenheiten flexibel angepasst werden. Wir schwimmen in diesem Punkt mit einigen Wenigen bereits seit 2 Jahren gegen den Strom und es tat gut, hierfür Bestätigung von prominenter Seite zu bekommen.
    Wir gehen diesen Weg bereits aktiv im Bereich internationale Investments:
    Wir sind untergewichtet Internationale Anlagen im Verhältnis zu AUS/NZ, aber übergewichtet Emerging Markets im Verhältnis zu Anlagen in den westlichen Industriestaaten. Es wurde wieder bestätigt, dass wir neben dem Wachstum speziell in Asien auch mit einem langfristigen Gewinn durch den Anstieg der entsprechenden Währungen von etwa 5% pro Jahr rechnen können.
    Bei der Betrachtung der fundamentalen Daten wurde nochmals deutlich, dass eine Machtverschiebung hier bereits stattgefunden hat: die Emerging Markets haben im Durchschnitt eine Staatsverschuldung von 40% im Verhältnis zum Bruttosozialprodukt, während die westlichen Staaten auf 100% zusteuern oder diese Grenze bereits überschritten haben!
    Wer hätte gedacht, dass es einmal sicherer wäre, in Staatsanleihen in Brasilien zu investieren als in Staatsanleihen in Spanien oder Italien! Ich weiß, wo ich mein Geld anlegen würde!

    Der obige Artikel stellt lediglich meine persönlichen Eindrücke dar und sollte in keinem Fall ohne individuelle Beratung und Berückslcihtigung der individuellen Verhältnisse als Grundlage für Investmetnentscheidungen benutzt werden!

    11. Oktober 2011 03:37 posted by petert

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